Laufen
…oder das große Hecheln
17.05.2007: Rund ums Forschungszentrum Jülich
10km-Premiere: Ein Laufbericht
Dies hier ist nicht mein erster Volkslauf, ich bin seit 2005 schon einige Läufe mitgelaufen, aber immer nur 5km oder 7km, daher war heute meine 10km-Premiere. Wirklich geplant war das nicht, aber als ich vor 3 Wochen laufen war, lief es sich so gut, dass ich am Ende knappe 9km gelaufen bin und das in etwa 52min. Da beschloss ich, bald mal einen 10km-Lauf mitzumachen und es fand sich sogar in der Nähe eine gute Gelegenheit, die ich sofort genutzt habe.
Nach 2 Probeläufen á 9km hab ich grob überschlagen und mir vorgenommen, 57min als Marke anzusetzten, die es zu unterbieten gilt. Das wären also durchschnittlich 5min35s/km, die ich laufen müsste. Klar, das ist für andere ein Klacks, aber ich bin ja auch nicht hauptberufliche Läuferin ;-). Und so hat sich die Strecke angefühlt:
Streckenprofil: flach, teilweise asphaltierte Waldwege, asphaltierte Feldwege.
Wetter:: Bewölkt, trocken, 13 Grad.
KM 1-3: “Wäre ich doch lieber zu Hause geblieben”
Schon beim Aufstehen heute morgen hatte ich ernsthaft überlegt, nicht mitzulaufen, weil ich Halsschmerzen hatte und ich mich so fühlte, als ob eine Erkältung im Anflug wäre. Nach dem Aufstehen gings dann und ich hab das alles einfach mal ignoriert und bin trotzdem hingefahren, weil ich mich schon so auf den Lauf gefreut hatte. Innerlich hatte ich aber schon meine 57min als Zeit verworfen und geplant, heil unter 60min anzukommen.
Als ich also bei KM3 auf die Uhr schaute und feststellte, dass ich bei (ich glaube es waren) 17min liege und immer noch keinen guten Rhythmus gefunden hatte, mich alle um mich rum laufenden Leute nerven und ich Zweifel habe, überhaupt anzukommen, begann KM4.
KM 4-5: “Wär´doch gelacht”
Als mich bis KM4 einige Leute überholt hatten, die wirklich nach Freizeitläufern aussahen (und auch so liefen und keuchten), überlegte ich, wie ich in einen ordentlichen Rhythmus kommen kann, sonst käme ich einfach nicht an. Also versuchte ich es mit Christina Aguileras “Fighter”, das funktionierte nur mäßig, war aber schon mal ein Anfang. Wer das gerade nicht versteht, hier ein kurzer Exkurs: Wie wenn man beim Klavierspielen ein Metronom verwendet, um im Takt zu bleiben, so kann man einfach in Gedanken ein Lied beim Laufen singen und danach sein Atmen oder seine Schrittfrequenz (hängen eh zusammen) ausrichten.
Danach fiel mir ein, dass ich mal einen 5km-Nordic-Walk mit “Megalomaniac” von Incubus bestritten habe, damals war das Lied einfach so in meinem Kopf gewesen.
Und als auch noch vor mir ein Mädel auftauchte, das wirklich eine besch***eidene Lauftechnik hatte, dachte ich mir, dass es jawohl nicht sein kann, das die da, die ihre Füße energetisch sehr ungünstig nach links und rechts wirft, vor mir ankommen soll. Und endlich… mit der Anfangssequenz von “Megalomaniac” funktionierte dann das Atmen und damit auch das Laufen. Als ich bei der Wasserausgabestelle vorbeikam, wusste ich a) du brauchst nichts zu trinken, b) wenn du jetzt langsamer wirst, kommst du nie wieder rein und c) an c zu denken schaffte ich erst gar nicht, da ich schon neben der Wasserstelle war, freundlich abwinkte und noch von einer der Becherträgerin ein total nettes Lob erhielt, wie schön locker und sauber mein Laufen sei. Ha! ;-)
KM 6:“Da geht noch was!”
Jetzt ging´s richtig los. Ich kam in einen Rhythmus mit langen flachen Schritten, mit dem ich auf KM7 zulief.
KM 7-9:“Out of my way”
Beim Schild KM7 fühlte ich mich, als könnte ich Bäume ausreißen, und setzte zum Überholen an. Ich fixierte mich immer wieder auf die nächste Person direkt vor mir und überholte somit bis zum KM 9 Schild noch 8 Personen.
KM 10:“Geschafft”
Ich hatte seit KM 6 nicht mehr auf die Uhr geschaut, da ich eh nicht mehr plante, irgendeine Zeit zu laufen. Ich wollte nur noch möglichste viele Leute überholen und im Ziel ankommen. Plötzlich ging es aus dem Wald heraus, auf der vorletzten Kurve überholte ich noch 3 oder 4 Leute, setzte zum Endspurt an und hoffte, die Frau in dem roten Shirt, die bei KM 1 und 2 bei mir gelaufen war, auch noch mitzunehmen. Das wäre auch problemlos gegangen, wenn nicht der Zieleinlauf schon früh sehr eng gewesen wäre, und somit kam ich nicht mehr vorbei. Also lief ich die letzten Meter hinter ihr her und kam relativ gut gelaunt im Ziel an. Ich dachte auch dran, meine Uhr anzuhalten, und was ich sah, überraschte mich: 56,59min. Als ich mir dann sofort meine offizielle Zeit abholte und auf dem Monitor 56,56 las, hab ich mich richtig gefreut und die nächsten 10min durchgegrinst ;-). Mein Ziel hatte ich also erreicht und das bei diesen anfänglichen Schwierigkeiten.
Jetzt werde ich größenwahnsinnig und plane, beim nächsten 10er 55min zu schaffen, das heißt also 5s/km schneller als heute. Das ist nicht wirklich einfach, aber machbar ;-)